Klein aber fein – Beginn der Dornschrecken-Saison

Spätestens ab Anfang März erwacht in unseren Gewinnungsstätten das Leben und die ersten Arten machen sich auf in eine neue Reproduktionssaison. Für uns Biologen in der rohstoffgewinnenden Industrie ist das die „heiße Phase“: einerseits wollen wir durch begleitende Maßnahmen eine erfolgreiche Saison gewährleisten. Andererseits müssen wir auch sicherstellen, dass unsere Rohstoffgewinnung nicht durch spontane Ansiedlungen seltener Arten im Gewinnungsbereich beeinträchtigt wird. Drei Dinge sind dazu zwingend notwendig, als „harte Währung“ im Naturschutz: Daten, Daten und Daten. In unseren Gewinnungsstätten erfolgen demnach ab März gezielte Untersuchungen zu den vorkommenden Arten und deren genauer Verbreitung in der Gewinnungsstätte – letzteres kann sich von Jahr zu Jahr ändern aufgrund des Gewinnungsfortschritts oder der natürlichen Vegetationsentwicklung.

Gerade in Bereichen nasser Rohbodensenken lassen sich dabei ganz besondere „Schätze“ finden – allerdings eher mit der Lupe als mit dem Fernglas. Unsere Gewinnungsstätten beherbergen mehrere Arten aus der Gruppe der Dornschrecken, das sind sehr kleine Vertreter der Grashüpfer und Heuschrecken. Wie klein? Nun, die meisten erreichen gerade einmal eine Körperlänge von einem Zentimeter, manche Arten bleiben mit etwa 7 mm deutlich darunter. Da sie zudem ausgesprochen gut getarnt sind, muss man sie in der Regel also lange suchen, doch der Aufwand lohnt sich. Unter den vier in der Krieger Gruppe inzwischen nachgewiesenen Arten befindet sich auch die ausgesprochen seltene Westliche Dornschrecke. Die Art benötigt sandige, nur leicht mit Moosen und Vegetation bewachsene feuchte Uferzonen und verschwindet, sobald die Vegetationsdecke sich zu sehr schließt. Sie ist daher auf Lebensräume angewiesen, die es heute praktisch nur noch in Gewinnungsstätten gibt. Wir sind stolz, diese Art in mindestens drei unserer Gewinnungsstätten zu beherbergen und schützen die Vorkommen durch gezielte Maßnahmen. Eines dieser Maßnahmenkonzepte wurde sogar in diesem Jahr mit einem Nachhaltigkeitspreis des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe ausgezeichnet! Wir nehmen unsere winzigen Mitbewohner also durchaus ernst.

Teilen Sie diese Story mit Ihrem Netzwerk: